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Reden über Erfahrung. Theorie und Praxis der Biographieforschung

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Hausarbeit

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Da jedes Erzählen aus einer Position der Nachträglichkeit heraus erfolgt, kommen unweigerlich Interpretationen ins Spiel, die aus den sich verändernden Perspektiven und Aufmerksamkeiten in der Gegenwart gespeist sind. Wenn es also darum geht, Erzählungen für Forschung nutzbar zu machen, dann stellen sich Fragen nach den komplexen Verweisungszusammenhängen zwischen Erfahrungen, dem Vergegenwärtigen von Erfahrung (also dem Erinnern) und dem Erzählen von Erfahrung (der biographischen Selbstpräsentation). Im Masterkurs wird es um methodologische und theoretische Positionen sowie Grundsatzfragen von (Auto-)Biographie und Narration gehen. Fragen, mit denen es sich eingehender zu beschäftigen gilt, sind: Was ist überhaupt das Material der Biographieforschung? Welche Funktionen haben (auto-)biographische Selbstpräsentationen? Wie authentisch sind erzählte Lebensgeschichten? Wie lässt sich das gestiegene Interesse an der Selbstthematisierung, ob in Talk-Shows, auf privaten Homepages oder in autobiografischen Veröffentlichungen erklären? Neben diesen grundsätzlichen und theoretischen Diskussionen werden wir uns im Seminar auch mit den methodischen Implikationen einer rekonstruktiven Forschungslogik auseinandersetzen, die mit biographischem Material arbeitet. Prominent ist hier nach wie vor das narrative Interview, welches in der Biographieforschung als Erhebungsmethode dominiert. Hier werden u.a. Fragen der Datenerhebung und Fragen der Forschungsethik zu erörtern sein. Zudem werden wir uns auch mit der Datenauswertung beschäftigen. Dabei steht das konkrete Arbeiten am Textmaterial im Vordergrund: Das Anwenden von Auswertungsschritten und Analysetechniken und das gemeinsame Interpretieren in der Gruppe. Das Seminar wird auch Raum bieten, eigene Forschungsideen und -fragen mit Blick auf anstehende Qualifikations- oder Forschungsarbeiten zu entwickeln und zu diskutieren. Die erste Sitzung findet am Donnerstag, den *21.10.2021* statt.

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg